Was für ein Gefühl, das ich in meiner Brust trage, was für eine Melodie, die in meinem Herzen schwingt. Welch Sanftheit. Welch Reinheit. Liebe. Sie ist ruhig, gar still und zart. Sie ist hell und leicht. Sie schwebt und bewegt. Sie riecht klar und frisch. Sie ist absolut rein und präsent. Sie lächelt und funkelt. Sie blendet nicht, sie leuchtet. Sie ist wahr und mild. Unveränderlich und frei. Wach. Dankbar. Wärmend und haltend. Sie zeigt sich und bleibt unsichtbar. Sie haucht Leben ein und lässt vergehen. Sie lässt fließen und verstehen. Sie drängt sich nicht auf, doch geht niemals von deiner Seite. Nicht klettend, doch haftend. Sie ist das zarte Zwitschern der Vögel, der Flügelschlag, die Biene, die vorbeifliegt, die sich im Wind bewegenden Blätter, der harte, prassende Regen, die Berührung auf meiner Haut. Das verlässliche Schlagen in meiner Brust. Das Heben des Brustkorbes, der tiefe Blick in meine Augen, wenn ich in den Spiegel schau, die Träne auf meiner Wange, das frisch bezogene Bett und die Melodie, wenn ich der Nacht, dem Tag, der Stimme lausche, der Liebe, die mich umarmt.
Es ist die Selbstachtung und Wertschätzung und Wertschätzung der Zeit. Es ist das sich Pflegen und schick machen, auch wenn mich keiner sieht. Es ist der liebevolle Blick und die Ordnung und Sauberkeit. Der aufrechte Gang.
Die düstere Wolke. Die Streichmusik aus den Boxen. Der Wolkenspalt und die Sonnenstrahlen, die den Weg hindurch finden. Der hüpfende, fröhliche Spatz auf dem Kopfsteinpflaster. Die schreienden Schwalben, die uns seit Mai wieder besuchen. Die rote Rose in der Hand einer Frau, die vorbei läuft. Das Hände halten eines älteren Paares auf ihrem Spaziergang.
Es ist das Treiben der Wesen dieser Existenz und das Verweilen auf meinem Fensterbrett, gehüllt in einer wärmenden Decke, der Duft des frisch gewaschenen Haars, die Tiefe des Lebens und die Stärke der größten Kraft, die uns alle vereint. Der laue Kaffee und die Kuchenkrümel auf dem lilanen Teller.
Die absolute Freiheit und das größte Geschenk, all das zu sehen und zu spüren und von ihrer immerwährenden Existenz zu wissen. Auch wenn uns scheinbar alles verlässt, ist es der Boden, der uns wieder auffängt. Ist es die Erde, die uns hält und der Himmel, der unseren Kopf hebt. Es ist die Ferne und Weite, die uns in der Tiefe berührt und sagt: Du bist Teil dieser Gewalten. Es gibt nichts zu kontrollieren oder festzuhalten. Es ist das Vertrauen, das wir erhalten, solang das Herz für uns schlägt. Solange wir den Horizont sehen, das ferne Gewitter hören, haben uns unsere Sinne nicht verlassen. Der Herzschlag ist wohl der größte Liebesbeweis, den wir jemals erhalten werden.
Es sind die Hände, die zueinander finden, die empfindsamen Fingerkuppen, die so viel wissen, die vernetzt sind auf die unglaublichste Weise.
Es ist der Zeiger der Uhr, der sich vorwärts bewegt und rückwärts zählt. Wie viele Momente uns noch bleiben, das steht in den Sternen. Solange wir sie im Vollem leben, mit all unserem Sein, wird es nie zu spät sein. Wir haben alles erlebt, auch wenn nicht alles gesehen. So sind es nicht die Augen, die einzig wahrnehmen.
Es sind nicht die Meter und Schritte, die wir gehen und was wir alles auf dem Weg sehen. Es ist die Tiefe, in der wir uns selbst begegnen.